GAEB-Formate erklärt: X83, X84, D83, P83 — GAEB 90, GAEB 2000 und GAEB DA XML

Welche Datei ist welche, welche Version ist gemeint, was steht drin — und womit man sie öffnet. Eine X83 oder D83 können Sie gleich hier ablegen.

Oder ein — 24 Positionen, drei Titel, eine Bieterlücke.

  • Gültige X84geprüft gegen das amtliche GAEB-Schema
  • Gleiche Version3.1, 3.2 oder 3.3, wie das LV
  • Nichts verlässt den Browserkeine Übertragung, keine Speicherung

Drei Generationen, eine Idee

GAEB steht für „Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen". Der Ausschuss legt fest, wie Leistungsverzeichnisse, Angebote und Aufträge zwischen Vergabestellen, Planern und Bauunternehmen als Datei ausgetauscht werden — damit ein LV aus dem einen AVA-Programm im anderen ohne Abtippen ankommt. Drei Generationen des Formats sind entstanden, und alle drei begegnen einem noch:

  • GAEB 90 (1990): Textdateien aus Zeilen zu je 80 Zeichen, den Satzarten. Endungen .d81 bis .d86. Nicht mehr empfohlen, aber noch im Umlauf.
  • GAEB 2000: ein Textformat mit Kennungen statt fester Spalten. Endungen .p81 bis .p86. Selten geworden.
  • GAEB DA XML: XML, der heutige Standard. Endungen .x81 bis .x89. Versionen 3.1 (2009), 3.2 (2013) und 3.3 (seit 2019, zuletzt überarbeitet 2023).

Der Buchstabe der Endung nennt also die Generation, die Ziffern nennen die Phase.

Die Phasen: was die Ziffern bedeuten

Der Datenaustausch folgt dem Ablauf einer Ausschreibung. Jede Station hat eine Nummer, die Datenaustauschphase:

  • 81 — Leistungsbeschreibung. Der Planer übergibt das LV an den Auftraggeber.
  • 82 — Kostenanschlag. Das LV mit den Preisen des Planers.
  • 83 — Angebotsaufforderung. Die Vergabestelle schickt das LV an die Bieter. Das ist die Datei, die Sie als Bieter bekommen.
  • 84 — Angebotsabgabe. Das LV mit Ihren Preisen und Bieterangaben zurück an die Vergabestelle. Das ist die Datei, die Sie abgeben.
  • 85 — Nebenangebot. Ein Angebot mit eigenen Vorschlägen des Bieters.
  • 86 — Auftragserteilung. Das beauftragte LV mit den vereinbarten Preisen.
  • 89 — Rechnung. Abrechnung auf Grundlage des Auftrags-LV.

Dazu kommen seltener genutzte Phasen. Für einen Bieter zählen zwei: die 83, die er bekommt, und die 84, die er zurückgibt — in derselben Generation und derselben Version.

Welche Datei Sie bekommen, welche Sie zurückgeben

  • .x83.x84 (GAEB DA XML, in derselben Version)
  • .d83.d84 (GAEB 90)
  • .p83.p84 (GAEB 2000)

Hier lesen können Sie .x83 und .d83; schreiben können Sie die .x84. Eine .d84 schreibt das Werkzeug noch nicht, eine .p83 liest es nicht — bitten Sie in beiden Fällen die Vergabestelle um das LV als .x83; jedes aktuelle AVA-Programm gibt es so aus.

Die Versionen von GAEB DA XML

3.1, 3.2 und 3.3 unterscheiden sich in Einzelheiten des Aufbaus und in ihrem XML-Namensraum; eine 3.3-Datei ist keine 3.2-Datei mit anderer Nummer. Welche Version ein LV hat, steht in seinem Kopf und wird hier nach dem Öffnen im Dokumentkopf angezeigt. Die Antwort muss in derselben Version kommen: Ein AVA-Programm, das 3.3 verschickt hat, liest kein 3.2-Angebot ein. Deshalb schreibt dieses Werkzeug das Angebot in der Version des LV und prüft es gegen das amtliche Schema genau dieser Version.

Was in einer GAEB-Datei steht

Ein Kopf mit Version, Datum und Programm, das die Datei geschrieben hat; Angaben zum Projekt und zur Vergabestelle; dann das Leistungsverzeichnis:

  • Gliederung. Die Ordnungszahl (OZ) folgt einem festen Aufbau, etwa 01.02.0030: Los, Titel, Position. Titel können sich über mehrere Ebenen verschachteln.
  • Positionen mit OZ, Kurztext, Langtext, Menge und Einheit. Bedarfspositionen (Ausführung offen), Pauschalpositionen (ein Betrag statt Menge × Preis) und Zulagepositionen sind gekennzeichnet.
  • Bieterlücken: Stellen im Text, an denen der Bieter etwas eintragen muss — Fabrikat, Typ, Maß.
  • Zu- und Abschläge als eigene Zeilen, in Prozent auf die Positionen davor.
  • Vorbemerkungen der Vergabestelle zum ganzen LV oder zu einem Titel.

In der 84 kommen die Einheitspreise, die Gesamtbeträge, die Summen und der Bieterblock hinzu. Was genau, steht unter X84-Datei.

Womit man GAEB-Dateien öffnet

Mit einem AVA-Programm — Ausschreibung, Vergabe, Abrechnung — wie es Planer und Vergabestellen benutzen; die meisten sind für Windows und kosten Lizenzgebühren. Wer nur ab und zu ein LV bekommt und beantworten muss, braucht das nicht: GAEB-Datei öffnen liest X83 und D83 im Browser, GAEB in Excel bringt das LV in eine Preisliste, und aus den Preisen entsteht die X84 — geprüft gegen das amtliche Schema, ohne dass die Datei den Rechner verlässt.

Häufige Fragen

Was heißt GAEB?

Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen — das Gremium, das den Datenaustausch im Bauwesen regelt. Der Name steht heute auch für das Dateiformat selbst: „eine GAEB-Datei" ist eine Datei nach diesem Standard.

Ist eine .x83 dasselbe wie eine .xml?

Technisch ja: Eine X83 ist eine XML-Datei nach dem GAEB-Schema. Manche Plattformen liefern sie mit der Endung .xml aus. Entscheidend ist der Inhalt — umbenennen in .x83 genügt.

Was ist eine P83?

Ein Leistungsverzeichnis im Format GAEB 2000, der Generation zwischen GAEB 90 und GAEB DA XML. Sie kommt selten vor und wird hier nicht gelesen; bitten Sie die Vergabestelle um eine X83.

Welche Version von GAEB DA XML ist aktuell?

3.3, erstmals 2019 veröffentlicht und zuletzt 2023 überarbeitet. 3.2 und 3.1 sind weiter im Umlauf, weil viele AVA-Installationen sie verschicken — und die Antwort muss in derselben Version kommen.

Was ist der Unterschied zwischen GAEB 90 und GAEB DA XML?

GAEB 90 ist ein Zeilenformat von 1990: 80 Zeichen je Zeile, jede Information an einer festen Stelle, DOS-Zeichensatz. GAEB DA XML ist XML mit einem Schema, das sich maschinell prüfen lässt. Beide transportieren dieselbe Sache — ein Leistungsverzeichnis mit seinen Phasen —, aber nicht dieselbe Datei: Eine D83 lässt sich nicht in eine X83 umbenennen.

Was sind X81 und X86?

Phase 81 ist die Leistungsbeschreibung vom Planer an den Auftraggeber, Phase 86 die Auftragserteilung mit den vereinbarten Preisen. Als Bieter haben Sie mit der 83 und der 84 zu tun.